In 5 Schritten zu deiner Nische als Finanzberater

Eine Nische denkt man sich nicht aus, man findet sie im eigenen Bestand. Fünf Schritte, mit denen du in wenigen Abenden zu einer Spezialisierung kommst, die wirtschaftlich trägt.
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Eine Nische denkt man sich nicht aus, man findet sie im eigenen Bestand. Fünf Schritte, mit denen du in wenigen Abenden zu einer Spezialisierung kommst, die wirtschaftlich trägt.
Die meisten Beiträge zum Thema Nische enden mit dem Rat, sich zu spezialisieren – und lassen dich mit der Frage allein, worauf denn. Deshalb hier kein Appell, sondern ein Ablauf. Du brauchst dafür deine Kundenliste, zwei Abende und die Bereitschaft, dich am Ende festzulegen.
Nimm deine letzten 30 bis 50 Kunden und trag drei Dinge ein: Was war der Anlass für die Zusammenarbeit, wie aufwendig war die Betreuung, was ist am Ende hängen geblieben? Es geht nicht um Buchhaltung, es geht um Muster.
Fast jeder findet dabei eine Gruppe, bei der auffällig vieles leicht war: kurze Wege, wenige Rückfragen, hohe Abschlussquote, gutes Gefühl. Diese Gruppe ist dein wahrscheinlichster Kandidat. Nicht die, die du dir wünschst – die, mit der es nachweislich funktioniert.
Nischen laufen fast immer über eines dieser drei Merkmale:
Der Test ist simpel: Kann ein Kunde die Gruppe in einem halben Satz benennen? „Der macht das für Beamte" funktioniert. „Der macht ganzheitliche Finanzplanung für anspruchsvolle Kunden" funktioniert nicht – das ist keine Gruppe, das ist eine Selbstbeschreibung.
Drei Fragen entscheiden darüber, ob aus einer sympathischen Idee ein Geschäftsmodell wird:
Eine Nische ist dann richtig, wenn du bei einem kleinen Prozentsatz der Gruppe dein Jahresziel erreichst – nicht erst bei der Hälfte.
Jetzt wird aus der Analyse etwas, das deine Kunden aussprechen können. Formuliere drei Sätze:
Diese drei Sätze gehören überall hin, wo dich jemand zum ersten Mal wahrnimmt: Website, Profil, Erstgespräch, Empfehlungsanfrage. Vor allem aber müssen sie so einfach sein, dass ein Kunde sie fehlerfrei nacherzählt.
Du musst deine Firma nicht neu erfinden, um eine Nische zu testen. Nimm drei Monate und ändere nur vier Dinge:
Nach 90 Tagen siehst du, ob die Gruppe reagiert. Reagiert sie nicht, hast du drei Monate investiert – und weißt mehr als vorher. Reagiert sie, hast du eine Grundlage, auf der du deine gesamte Ansprache aufbauen kannst.
Die Sorge, Bestandskunden vor den Kopf zu stoßen, ist der zweithäufigste Bremsklotz. In der Praxis ist sie unbegründet – wenn du es richtig einordnest. Sag nicht „Ich mache jetzt nur noch X", sondern beschreib den Schwerpunkt:
„Ich habe gemerkt, dass ich für Pflegekräfte am meisten bewegen kann, deshalb ist das mein Schwerpunkt geworden. An Ihrer Betreuung ändert das nichts – aber wenn Sie jemanden aus dem Bereich kennen, denken Sie an mich."
Dieser Satz erledigt zwei Dinge auf einmal: Er nimmt die Sorge, abgeschoben zu werden, und er macht aus einem Bestandskunden einen möglichen Empfehler mit klarem Suchauftrag. Genau das ist der Punkt, an dem eine Positionierung anfängt, sich auszuzahlen.
Er passiert zwischen Schritt 4 und 5: Die Nische wird formuliert, aber nicht ausgesprochen. Auf der Website steht weiter „Ihr Partner für alle Finanzfragen", weil niemand einen Kunden verlieren will. Damit ist die Arbeit der vier Schritte davor wertlos. Eine Spezialisierung, die man nicht hört, wirkt nicht – weder bei Interessenten noch bei den Kunden, die dich weiterempfehlen sollen.


Die meisten Berater arbeiten daran, mehr Menschen zu kennen. Dabei entscheidet nicht die Größe deines Netzwerks darüber, wie oft du empfohlen wirst – sondern wie klar dein Thema im Kopf deiner Kunden abgelegt ist.